Willkommen

Liebe Wassersportlerinnen und Wassersportler,

„He, Du!“ hörte ich mich neulich angerufen von einem Passanten auf dem Weg zu seinem geparkten Wagen: „Du schreibst doch immer das Vorwort in dem Jahrbuch „Wassersport“, dann schreib ´mal was über das Verhalten der Wassersportler auf der Schifffahrtstraße Ems. Da ist der Bär los, keiner hält sich an die Vorschriften, über Funk hört man hanebüchene Verstöße gegen die Fahrregeln!“ Sprach´s und preschte davon, ehe ich nach seinem Namen und der Quelle seiner Informationen fragen konnte. Hatte ich es mit einem Schiffsführer oder mit einem Wasserschutzpolizisten in Zivil zu tun? Ich konnte mir ein solches Verhalten unserer Wassersportlerinnen und Wassersportler nicht vorstellen und beschloss mich zu erkundigen. Ich rief die Wasserschutzpolizei in Emden an und fürchtete, eine lange Liste von Verletzungen der Fahrregeln zu hören. Mit drei Beamten wurde ich verbunden, die um sichere Auskünfte bemüht waren. Eindeutig und bestimmt konnten sie versichern:

„Es liegen uns keine Berichte über Verstöße der Wassersportler vor!“

Welche Erleichterung! Ihr, liebe Wassersportler, seid alle gut ausgebildet und vernünftig und führt Euer Sportschiff verantwortungsvoll. Ihr verzichtet z. B. auf einen Kreuzschlag quer übers Fahrwasser, wenn ein größeres Containerfrachtschiff auf eine Rinne im betonnten Hauptfahrwasser angewiesen ist. Es gibt gewichtige Gründe, vorsichtig zu navigieren, denn auf der Brücke eines 300 m-Schiffes sieht man 500 m voraus nichts. Man hört dort auch nichts bei einer Havarie mit einem Sportboot, wie uns der Vertreter der Lotsenbrüderschaft auf der Revierversammlung in Emden erzählte. Aber nicht nur im Fahrwasser lauern Gefahren, die ich Euch aber nicht schildern muss, weil doch von kompetenter Seite bestätigt wurde, dass Ihr Euch ordentlich auf dem Wasser verhalten habt.

Von der Küste allerdings hört man weniger Erfreuliches: Die einheimischen Wattfahrer, die ihr Revier kennen wie ihr Wohnzimmer, klagen über die auswärtigen Bootsführer, die mit dem schwierigen Revier nicht vertraut sind. Sie ersetzen ihr mangelndes Wissen über die Gefahren des Watts und die Empfindsamkeit seiner Umwelt durch überhöhte Geschwindigkeit. Wasserpolizeiliche Aufsicht wäre nötig, aber die Polizei kann nicht überall sein.

Ich zögere, Euch einen Sommer wie den Jahrhundertsommer 2018 zu wünschen. Es kann ja etwas nicht stimmen, wenn die Tiefs und Hochs völlig anders ziehen, als wir es gewohnt sind. Wenigstens an Land muss es mehr regnen, auf See wünsche ich Euch wunderbaren Sonnenschein mit angenehmen Brisen.

Lolo