Willkommen

Liebe Wassersportlerinnen und Wassersportler,

…und doch ist es wieder passiert. Wir alle haben noch das Schiffsunglück vor fast 20 Jahren im Kopf, als die „Pallas“ direkt vor der Insel Amrum strandete, weil eine Leinenverbindung trotz aller Bemühungen zum Hochseeschlepper „Ozeanic“ nicht hergestellt werden konnte. Auf der „Pallas“ konnte ein Brand nicht gelöscht werden, die Folgen waren ölverseuchte Strände, 16000 Seevögel kamen elendig um. Die verantwortlichen Behörden haben Konsequenzengezogen: das Notfallkonzept wurde verbessert, starke Notschlepper sind gechartert, die theoretisch havarierte Schiffe in zwei Stunden auf den Haken nehmen und von den Nordseeküsten freihalten können.

Es gibt speziell ausgebildete sogenannte „Boardingsteams“, die den Mannschaften auf den in Not geratenen Schiffen helfen sollen. Es gibt ein Havariekommando, dass die Einsatzleitung übernimmt bei einem Unglücksfall auf See. Dies sind nur einige Maßnahmen, die anzeigen, was seit dem „Pallas“- Unglück geschehen ist. Die Behörden haben sich alle Mühe gegeben, und doch sind sie manchmal machtlos, weil nicht alles so geschieht, wie es in der Theorie und nach Erfahrungen vorstellbar ist. Oder konntet Ihr Euch vorstellen, dass ein riesiger Kasten (225m lang, 32m breit), der Massengutfrachter „Glory Amsterdam“, zwölf Stunden im schweren Sturm von der Reede westlich von Helgoland auf den Strand von Langeoog treibt? Der Massengutfrachter konnte nach vier Tagen frei geschleppt werden und alle atmeten auf, dass das skurrile Bild vor Langeoog sich verflüchtigte. Die Ermittlungen laufen. Mir ist klar: man kann nicht alles bedenken, was in einem Orkan auf See passiert. Auch in einem exakt erstellten Notfallplan können nicht alle Situationen bedacht werden, was aber nicht heißen soll, dass Sicherheitspläne keinen Sinn hätten. Im Gegenteil, die neuen Erfahrungen müssen in das bestehende Notfallkonzept mit einfließen. Ein Tankerunfall in Küstennähe hätte für alle Küstenländer der Nordsee fürchterliche Folgen für die Umwelt. Die Sportschifffahrt – das wäre noch der geringere Schaden – wäre lange Zeit vorbei.

Malen wir nicht den Teufel an die Wand. Wir Segler sind bei angekündigten Sturmtiefs im Hafen, wenn er erreicht werden kann. Ich kenne Seglerinnen und Segler aus unseren Revieren, die einen Orkan auf dem Wasser schon miterlebt haben. Sie wünschen sich das kein zweites Mal!

Erfreuliches gibt es wieder von Taten unserer Vereine zu vermelden. Informiert Euch in den Berichten.

Einen Verein möchte ich hier hervorheben. Der WSV Luv up Jemgum ist geehrt worden für seine großartige Vereinsarbeit und zwar in München vom DSV: Impulsgeber waren die Geschwister Simmering. Jutta als 1. Vorsitzende, Bruder Frank als 2. Vorsitzender organisierten einen Kurs für interessierte Sportler an. Dieses Training in Theorie und Praxis wurde prächtig angenommen, zumal viele Bootseigner mitmachten und ihre Boote und ihre Zeit für das Training zur Verfügung stellten. Dafür gebührt den Initiatoren und allen Mitwirkenden Respekt, Bewunderung, Dankbarkeit.

Viele Sportbootscheine wurden erworben und damit neue Segler auf unserem Emsrevier. Fast hätte ich auf unserem „schönem“ Emsrevier gesagt, aber dann fielen mir die schmutziggrauen schnellen Fluten ein, doch das ist ein anderes Thema.

Ich wünsche Euch eine schöne Saison 2018 ohne viele Starkwinde! Bei Orkan bleibt ihr in Deckung!

Lolo